Talbrücke Rinsdorf

Die 1967 errichtete Talbrücke Rinsdorf befindet sich zwischen den Anschlussstellen Siegen Süd und Wilnsdorf und ist 486 Meter lang und 66 Meter hoch. Ihr Neubau mit sechsspurigem Standard ist bis 2021 geplant und findet zeitgleich mit der Erneuerung der Talbrücke Rälsbach statt. Das Projekt ist eine besondere Herausforderung. Die Brücke besteht aus einem einzigen Baukörper, so dass ein Teilabbruch nicht möglich ist. Das Bauwerk wird gesprengt. Zuvor wird ein meterhohes Erdbett unterhalb der Brücke hergestellt, um die herabfallende Brücke aufzufangen. Die Gesamtkosten für die Brückenerneuerung werden sich auf schätzungsweise 77,5 Mio. € belaufen. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland eine Autobahnbrücke mit diesen Ausmaßen gesprengt wird. Sprengungen dieser Art lassen sich sehr genau planen. Die Baustraßen im Umfeld der Brücke sind bereits angelegt. Im Sommer 2017 wird der Auftrag vergeben. Geplant ist zunächst der Neubau eines Brückenbauwerkes in Fahrtrichtung Dortmund, auf das anschließend der gesamte Verkehr in beide Fahrtrichtungen gelenkt wird. Danach wird das bestehende Bauwerk gesprengt und entfernt und das zweite Bauwerk für die Fahrtrichtung Frankfurt a.M. errichtet. Nach Fertigstellung wird das Bauwerk für die Fahrtrichtung Dortmund an das neue Bauwerk für die Fahrtrichtung Frankfurt a.M. herangeschoben (Quereinschub). Auch dies ist eine Besonderheit. Bei der Talbrücke Rinsdorf wird das Bauwerk mitsamt seiner Pfeiler in seine endgültige Position bewegt. In unmittelbarer Nähe des Bauwerkes wurde eigens ein besonderer Lebensraum für die artenschutzrechtlich geschützte Haselmaus geschaffen. Die Tiere haben durch die Sprengung und den Neubau der Brücke keinerlei Nachteile.