Betonrecycling beim Abbruch der Lennetalbrücke

Nach der Verlagerung des gesamten Verkehrs auf das neue Brückenprovisorium westlich der alten Brücke im Frühjahr dieses Jahres wurde mit dem Abriss der alten Lennetalbrücke begonnen. Aufgrund des unter der Brücke fließenden Lenne, der im Lennetal verlaufenden Ruhr-Sieg-Eisenbahnlinie und verschiedener Straßenzüge sowie der Bestand von Gewerbebetrieben konnte die alte Brücke nicht als Ganzes gesprengt werden, sondern muss in Einzelteilen demontiert werden. Nur einzelne Pfeiler konnten nach Entfernung der alten Fahrbahn gesprengt werden.

Das Zerlegen der Brücke erfolgte mit Hilfe von großen Baggern, die einzelne Stahlbetonstücke der Fahrbahn der alten Autobahnbrücke abtrugen. Bei dem gesamten Brückenabbruch versucht man die enorme Staubentwicklung durch den Einsatz von „Schneekanonen“ einzudämmen. Mit dem Sprühnebel dieser Kanonen wird der entstehende Staub gebunden. Nach der Zerkleinerung der Abbruchstücke am Boden sortiert man die verbleibenden Überreste nach Bewehrungsstahl und Beton. So aufgeteilt werden die ursprünglichen Brückenrohstoffe einer Wiederverwertung zugeführt.

Der Stahl wird eingeschmolzen und anschließend bei der Stahlerzeugung wiederverwendet. Die 35.000 Tonnen Festbetonstücke werden in einem Brecher zu Granulat mit verschiedener Körnung weiter zerkleinert und gesiebt. So entsteht „Betonsplitt“ und „Brechsand“. Neben der Verarbeitung des Betonsplitts zu Recyclingbeton kommen große Teile der beiden Recyclingprodukte im Straßen- und Wegebau zum Einsatz. Betonsplitt kann z.B. für ungebundene Trag- und Filterschichten verwandt werden. Auf diese Weise lassen sich große Mengen des natürlichen Rohstoffs „Splitt“ ersetzen.